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Francois Lelord im Gespräch mit kultur-base.de
Geschrieben von: Carina Greiffenberg   

Francois Lelords Reihe um die Abenteuer des Psychologen Hector ist inzwischen weltberühmt und bereits in mehrere Sprachen übersetzt worden. Seine Fans fiebern mit den Abenteuern, die der Titelheld in den Romanen erlebt. Doch in seinem neuesten Werk, lässt Lelord Hectors Sohn Petit Hector die Welt mit den Augen eines Kindes entdecken.

Der kleine Hector erinnert ein wenig an “Der kleine Prinz”, denn er entdeckt die Welt um ihn herum voller Neugier. Um das “Leben mit dem großen L” kennen zu lernen, erlebt Petit Hector Höhen und Tiefen des Lebens, Vor - und Nachteile. Immer an seiner Seite hat er seine Eltern, die er um so manchen Rat fragt. Und das Fazit des Tages kommt in ein kleines Notizbuch, eine Art Drehbuch fürs Leben.
Die Geschichte um den kleinen Hector rührt ungemein, da der Leser mit den Augen eines Kindes sich genau dieselben Fragen stellt, wie der kleine Titelheld es tut. Und sind wir nicht alle irgendwo ein Kind? Zumindest sollte man das Kind in sich wieder wecken, wenn man dieses Buch gelesen hat. Übrigens ist es mal wieder sehr schwer es überhaupt aus der Hand zu legen. Francois schreibt mit einer Leichtigkeit, die es einfach macht, das Buch zu lesen und gleichzeitig noch den eigenen Gedanken dazu nachzuhängen.
kultur-base.de hatte die Gelegenheit dem Autor ein paar Fragen zu stellen.


kultur-base.de: Welche Botschaft hat Ihr neues Buch "Hector & Hector und die Geheimnisse des Lebens", in dem Hectors Sohn zum Hauptcharakter wird?

Francois Lelord: Ich fürchte ich hatte gar keine bestimmte Botschaft im Sinn. Ich wollte nur eine Geschichte erzählen, die zeigt, dass wir alle Kinder sind. Wir müssen uns selbst die großen Fragen des Lebens stellen: Was ist Liebe? Was Richtig und Falsch? Was ist Freundschaft, Gott, Erfolg und Versagen? Diese Fragen werden uns ein Leben lang nachhängen. Der kleine Hector findet nun seine ganz eigenen Antworten, mit der Hilfe seiner Eltern, auch wenn sie, wie Eltern im wirklichen Leben, nicht immer seiner Meinung sind und ich hoffe, dass es dem Leser helfen wird seine eigenen Antworten zu finden.

kultur-base.de: Es ist ziemlich offensichtlich, dass der Charakter des Hector einiges mit Ihnen gemeinsam haben muss. Haben Sie von Anfang an geplant eine Art autobiographische Geschichte zu schreiben oder war es eher Zufall?

Francois Lelord: All die Themen und einige meiner Charaktere in meinen Romanen kommen einfach so in mein Gedächtnis. Es ist also mehr das Verlangen danach zu schreiben als ein geplanter Prozess sowie es früher bei meinen psychologischen Büchern der Fall war. Dann schreibe ich einfach jeden Tag ein neues Kapitel, ohne dabei zu wissen wie es ausgeht. Viele Leser fragen mich, was an meinen Geschichten real und was erfunden ist, aber sie sind dennoch unausweichlich verwickelt in die Geschichte.

kultur-base.de: Wie haben Ihre Familie und Freunde auf das allererste Buch der Hector Serie reagiert? Mochten sie es?


Francois Lelord: Ja, sie liebten es. Mehr sogar als ich erwartet hatte. Dann erst begann ich zu begreifen, dass das kleine Hector Märchen wirklich die Herzen und Gedanken der Menschen berühren könnte.

kultur-base.de: Lesen Sie in Ihrer Freizeit? Wenn ja, welche Bücher lesen Sie am Liebsten? Haben Sie einen Lieblingsautor?

Francois Lelord: Ja, ich lese. Ich teile meine Lesezeit, indem ich noch einmal ein paar Klassiker lese (zur Zeit "Madame Bovary) oder aber neue Autoren zu entdecken, wie derzeit "Der Vorleser" von Bernard Schlink. Zwischen all diesen sind meine Lieblingsautoren: Graham Greene, Proust, Orwell, Kafka, Buzatti. Wann immer ich ihre Werke lese bin ich begeistert von ihrer Schreibkunst.

kultur-base.de: Einige Autoren brauchen eine spezielle Atmosphäre um kreativ zu sein. Wo schreiben Sie Ihre Bücher? An einem Schreibtisch oder vielleicht in Zügen oder Cafes?

Francois Lelord: Ich kann nahezu überall schreiben. Aber ja, ich fühle mich besonders gut in gewissen Umgebungen. Ein stilles Cafe, mit ein paar Gästen, keine oder leise Musik und ein wenig Ausblick auf die Straße. Sehr oft wird man mich in einem Starbucks Cafe oder Ähnlichem in Asien finden. Wenn ich reise mag ich die kleinen Cafes vor Ort oder aber ich schreibe in meinem Hotelzimmer.

kultur-base.de: Welche Pläne haben Sie für das neue Jahr 2010? Planen Sie eine weitere Hector Geschichte oder ist dies nun abgeschlossen?

Francois Lelord: Tatsächlich schreibe ich gerade an einer neuen Hector Geschichte. Dieses Mal wird er sich selbst in Gefahr bringen für das Wohl eines Freundes. Ob dies so ratsam ist für einen Ehemann und Vater? Die Leser werden entscheiden.

kultur-base.de: Gibt es etwas, dass Sie Ihren Lesern in Deutschland sagen möchten?

Francois Lelord: Ich möchte mich ganz herzlich für ihre Unterstützung und ihr Interesse an meinen Büchern bedanken. Wann immer ich nach Deutschland komme, z.B. für Lesungen, fühle ich mich glücklich sie zu treffen.

kultur-base.de: Vielen Dank für das interessante Interview und alles Gute für 2010!



Francois Lelord
Hector & Hector und die Geheimnisse des Lebens


Erschienen im Piper Verlag
ISBN: 978-3492051675     16,95 €

Foto: (c) Thomas Lehmann