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Jennifer Rush im Gespräch mit kultur-base.de
Geschrieben von: Daniel Raifura   

Ihre Stimme ist legendär und ihre Lieder sind unvergesslich. Die Stimme der 80er und 90er Jahre ist zurück- Jennifer Rush. Unzählige Auszeichnungen für verkaufte Alben und Konzerte konnte sie ihr eigen nennen. Ende der 90er Jahre wurde es etwas ruhiger um die Frau, die mit "Power of Love" unvergessen ist. Jetzt ist sie wieder da- es ist das Comeback des Jahres- Jennifer Rush ist wieder da mit ihrem neuen Album „Now is the hour“- und es ist ihre Stunde und es wird ihr Jahr- da sind wir uns ganz sicher.  Daniel Raifura hatte die Gelegenheit, Jennifer Rush zu treffen und mit ihr ein Interview für kultur-base.de zu führen.


kultur-base.de: Frau Rush Ihre Fans mussten über 10 Jahre auf Ihre neue CD warten …?


Jennifer Rush: Meine Fans mussten auf die Veröffentlichung einer neuen CD von mir warten, das stimmt. Aber in dieser Zeit war ich trotzdem für meine Fans präsent, ich habe einige Konzerte geben und einige öffentliche Auftritte gehabt.
Früher habe ich immer alle zwei bis drei Jahre eine neue CD veröffentlicht. Vor zehn Jahren hatte ich den Luxus zu sagen es fühlt sich nicht richtig an, jetzt eine CD zu produzieren. Meine Tochter war noch klein und ich traf die Entscheidung, weniger in der Öffentlichkeit zu stehen.

kultur-base.de: Warum nicht schon früher eine CD für Ihre Fans?


Jennifer Rush: Ich wollte vermeiden, meine Fans zu enttäuschen. Natürlich hätte ich in der ganzen Zeit neue CDs veröffentlichen können. Aber es fühlte sich nicht richtig an, eine neue CD zu veröffentlichen, in der nicht mein Herz steckte. Und nur etwas zu veröffentlichen um Geld zu verdienen- das wäre eine Beleidigung für meine Fans gewesen

kultur-base.de: Warum gerade jetzt Ihr Comeback?

Jennifer Rush: Warum nicht jetzt? Es war für mich einfach der richtige Zeitpunkt. Wir haben hart an „Now is the hour“ gearbeitet und ich hoffe, dass mein neues Album meinen Fans und vielen anderen gefällt.

kultur-base.de: Kaum eine andere Sängerin hat die 80er und 90er Jahre so mit ihren Liedern und ihrer Stimme geprägt wie Sie- hat sich in der Zwischenzeit die Musikwelt verändert?

Jennifer Rush: In meiner Realität nicht- aber geschäftlich … bestimmt.

kultur-base.de: Was halten Sie von Sängern, die in Castingshows gefunden werden?


Jennifer Rush: Es gibt viele junge Talente, die hart an ihrer Karriere arbeiten, aber nie den Sprung schaffen ins Showgeschäft. Wenn sie dies durch eine Castingshow schaffen, warum denn nicht? Es ist auf jeden Fall  eine große Gelegenheit, auch wenn man nur zweite oder dritte wird. Leona Lewis wurde so entdeckt und das zu recht. Sie ist wirklich fantastisch und war auch wie ich Sekretärin (lacht). Auch in Deutschland gibt es so viele talentierte junge Menschen, die einfach nur entdeckt werden müssen.

kultur-base.de: Würden Sie an so einer Show teilnehmen?

Jennifer Rush: Ob ich die Nerven dazu hätte in so einer Show aufzutreten, ich weiß es nicht.
Zu Beginn meiner Karriere musste ich auch vorsingen, und auch da gab es Leute die sagten Nein du bist nicht die richtige, du bist zu dick, zu dünn, zu groß.

kultur-base.de: Ihre Livekonzerte in den 80er und 90er Jahren gehören zu den besten Konzerten, die es je gab, werden Sie wieder auf Tour kommen?

Jennifer Rush: Auf jeden Fall. Zuerst kommt die CD Veröffentlichung und dann wird meine Tour kommen. Ich kenne die Daten noch nicht, aber ich werde auf jeden Fall auf Tour kommen.

kultur-base.de: Was denken Sie über Stars, die ein Comeback durchführen wollen, aber statt durch Qualität nur durch Skandale auf sich aufmerksam machen? Ich denke dabei zum Beispiel an Whitney Houston.


Jennifer Rush: Ich bin ein riesiger Fan von Whitney Houston. Ich weiß nicht, was mit ihr an diesem Abend los war, der als so skandalös in der Presse behandelt wurde. Ihre Stimme ist noch immer da, nur sie wirkte körperlich nicht sehr fit. Es gibt aber Länder in denen die Presse einfach gnadenlos ist, Deutschland gehört definitiv nicht dazu. Und wenn man einen schlechten Tag hat, wird es ausgeschlachtet. Ich habe Ausschnitte von dem Konzert gesehen und es war nicht so schlecht, wie es dargestellt wird. Aber man darf nicht vergessen, dass ein Livekonzert wie ein Boxkampf über eineinhalb Stunden ist, man muss körperlich zu hundert Prozent fit sein.
Ich musste auch lernen, dass ich am Tag meines Konzertes kein einziges Wort reden darf. Denn wenn man im Vorfeld redet, kann die Stimme schnell heiser werden und das hört man beim Konzert.

kultur-base.de: Warum haben Sie keine Skandale?

Jennifer Rush: Ich habe bestimmt Skandale, die sind dann nicht in der Presse. Ich bin einfach nur sehr vorsichtig geworden.

kultur-base.de: Gibt es ein Lieblingslied auf Ihrer neuen CD „Now is the hour“?

Jennifer Rush: Es ist jeden Tag unterschiedlich. Ich finde die CD persönlich sehr gut. Es hängt von meiner persönlichen Stimmung ab, welches Lied an diesem Tag mein persönlicher Liebling ist. Gestern hörte ich unentwegt: Head above water.

kultur-base.de: Ihr bürgerlicher Name ist Heidi Stern, wie viel Bezug haben Sie zu Deutschland?

Jennifer Rush: Ich bin zum Teil in Deutschland aufgewachsen, als Kleinkind. Ich habe meine Karriere hier in Deutschland gestartet. Deutsch ist meine zweite Sprache. Viele Freunde von mir leben in Deutschland.
Ich war immer eine deutsche Künstlerin. Ich habe immer hier meine Verträge unterschrieben bei deutschen Plattenlabels und wurde auch immer als deutsche Künstlerin im Ausland angesehen. Und ich mag meinen Namen Heidi, er steht auch so in meinem Pass: Heidi Stern. Aber zu Beginn meiner Karriere war Heidi zu deutsch. Heute würde es bestimmt gehen, aber damals war es unmöglich.

kultur-base.de: Zu guter Letzt, beschreiben Sie sich bitte mit drei Worten selbst.

Jennifer Rush: nett (manchmal bin ich zu nett), stark (manchmal müsste ich aber stärker sein), emphatisch.

kultur-base.de: Vielen dank für dieses nette und offene Interview.

Daniel Raifura traf Jennifer Rush!

 

 

Vielen Dank an Julia Höfer von Sony Music!

Foto: Nikolaj Georgiew