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Er ist einer der bekanntesten Autoren überhaupt und nicht nur in Deutschland ein absoluter Publikumsliebling. Nicholas Sparks, Bestseller Autor und gerade auf Lesereise, um sein neues Buch „Mein Weg zu dir“ vorzustellen. Wir haben den sympathischen Autor im Rahmen seiner Lesung in Düsseldorf vorab zum Interview getroffen.
kultur-base.de: Amanda und Dawson, die beiden Protagonisten Ihres aktuellen Romans, waren sehr jung als sie sich ineinander verliebten und dann wieder trennen mussten. Nach über 20 Jahren treffen sie sich schließlich wieder... Wie entstand die Idee zu dem Roman?
Nicholas Sparks: Ich wollte ein Buch über zwei Menschen schreiben, die um die 40 Jahre alt sind. Ich denke, das ist ein Lebensabschnitt, in dem man beginnt sich Fragen zu stellen. Was wäre wenn...? Was wäre, wenn ich jemand anderen geheiratet hätte? Was wäre wenn ich überhaupt nicht geheiratet hätte? Wäre mein Leben anders verlaufen? Teenager denken beispielsweise, dass all ihre Träume und Wünsche in Erfüllung gehen werden und Menschen um die 60 wissen, dass das nicht stimmt. Aber wenn man so um die 40 ist, beginnt man vielleicht zum ersten Mal über das eigene Leben zu reflektieren und über all die Entscheidungen, die man getroffen hat, nachzudenken. So entstand dann letztlich die Idee zu „Mein Weg zu dir“.
kultur-base.de: Wie lange haben Sie an diesem Roman gearbeitet?
Nicholas Sparks: Ich brauche für einen Roman ungefähr 150 Tage und jetzt kommt ein bisschen Mathematik. Ich schreibe ungefähr 2000 Wörter am Tag. Es kann vorkommen, dass ich 500 Wörter in der Stunde schreibe oder nur 200. Das kommt darauf an, ob ich noch einmal über das nachdenke, was ich zuvor geschrieben habe. Manchmal schreibe ich 100 Wörter in einer Stunde. 100 Wörter schaffe ich in wenigen Minuten und dann denke ich die restliche Zeit über diese 100 Wörter nach. Ich kann nie im Voraus planen, wie lange ich an einem Roman schreiben werde. Aber um auf die 150 Tage zurück zukommen. Davon schreibe ich 70 Tage und 80 Tage bin ich damit beschäftigt alles noch einmal zu lesen und eventuell zu überarbeiten. Klingt ganz schön kompliziert, ich weiß... Für „Mein Weg zu dir“ habe ich sogar sechs Monate gebraucht. Das ist für meine Verhältnisse wirklich sehr lang. Es ist hart, wenn man sich in gewisser Weise mit der Geschichte quält, weil man vielleicht zu Beginn noch nicht weiß, wie sie enden wird. Also leidet man in gewisser Weise mit den Charakteren mit und überlegt, wie die Geschichte dann definitiv enden wird. Kurzum: Ich war wirklich froh, als ich fertig war.
kultur-base.de: Ihre Romane erzählen immer eine große Liebesgeschichte zwischen einem Mann und einer Frau. Haben Sie jemals darüber nachgedacht eine völlig andere Geschichte zu schreiben? Vielleicht einen Krimi?
Nicholas Sparks: Ich hatte bereits mehrmals die Möglichkeit mich in Drehbüchern oder Konzepten für TV-Serien auszutoben, was das kriminalistische Genre betrifft. Allerdings weiß ich nicht, ob meine Leser es mögen würden, wenn ich plötzlich das Genre wechseln würde. Natürlich gibt es die ein oder andere Idee, eventuell auch einen Krimi zu schreiben, aber ich versuche eher diese Ideen in meine Romane einfließen zu lassen, damit die Geschichte spannender wird. Somit habe ich die Gelegenheit das eine mit dem anderen zu verbinden. Manchmal versuche ich auch ein paar übersinnliche Elemente in die Geschichte zu integrieren. Aber es muss am Ende zur Geschichte passen und stimmig sein.
kultur-base.de: Haben Sie einen Lieblingscharakter aus Ihren Romanen oder einen über den Sie noch lange Zeit nachgedacht haben, obwohl die Geschichte längst zu Ende war?
Nicholas Sparks: Nein, ich habe keinen direkten Lieblingscharakter. Aber eigentlich haben fast alle Frauen, die ich in meinen Romanen geschaffen habe, viel mit meiner Ehefrau gemeinsam: Sie sind intelligent, haben einen guten Sinn für Humor und lieben aus ganzem Herzen. Sie alle haben einen starken Charakter. Auf der anderen Seite haben einige der männlichen Charaktere sehr viele gute Eigenschaften meines Bruders.
kultur-base.de: Was ist Ihre Inspiration und wie schwer ist es jedes Mal eine neue Idee zu finden, da sie bereits etliche gute Romane geschrieben haben?
Nicholas Sparks: Es ist jedes Mal wirklich eine Herausforderung eine gute Idee zu finden. Ich versuche einfach immer das Bestmögliche herauszuholen und das ist oft ein schwieriger Prozess. Manchmal dauert es Monate bis ich eine neue Idee finde, die mich dann zu einem Roman inspiriert und natürlich frage ich mich auch manchmal, ob ich überhaupt jemals wieder eine gute Idee haben werde. Aber zum Glück verschwinden diese Selbstzweifel schnell. Die Motivation eine gute Idee zu finden sind dann letztlich die Leser, die das Buch am Ende lieben sollen.
kultur-base.de: Sie waren bereits einige Male zu Besuch in Deutschland. Was mögen Sie an Deutschland und was denken Sie über die deutschen Leser?
Nicholas Sparks: Für mich sind die Menschen in Deutschland immer besonders freundlich. Es sind nicht nur die Fans, die meine Bücher lesen und dann meine Lesungen besuchen, sondern wenn ich beispielsweise nur einen Kaffee kaufe nehme ich mein Gegenüber als freundlich wahr. Ich mag es, dass die Menschen hier nicht allzu oberflächlich sind, sondern offen und hilfsbereit. Wenn Freunde mir erzählen, dass sie nach Europa fliegen, sagen ich ihnen immer, dass sie nach Deutschland gehen soll und versuche sie davon zu überzeugen, dass die Menschen dort sehr warmherzig und freundlich sind und vor allem sehr viel lachen.
kultur-base.de: Ihr Roman „Für immer der Deine“ wurde gerade erst für die Kinos verfilmt. Mögen Sie den Film und hatten Sie Einfluss auf die Besetzung der Rollen?
Nicholas Sparks: Ich liebe den Film sehr. In meinen Augen ist er überwältigend. Ebenso wie auch die anderen Verfilmungen zuvor und doch auch etwas Besonderes. In den USA hat der Film bereits jetzt schon mehr Zuschauer als der Film „Wie ein einziger Tag“ und das ist unglaublich. Ich hoffe, dass die Zuschauer hier in Deutschland genauso begeistert sein werden. Ich durfte in der Tat mitentscheiden, wer die Hauptrollen spielen wird. Ich wusste, dass Zac Efron dabei sein würde, lange bevor er es wusste und wir alle wussten, dass wir ihn für die Rolle haben wollten, lange bevor Zac es wusste. Umso größer war die Freude dann als er zusagte und beide, Taylor und Zac, haben wirklich großartige Arbeit geleistet.
kultur-base.de: Lesen Sie privat viel? Haben Sie einen Lieblingsautor oder ein Lieblingsbuch?
Nicholas Sparks: Mein absoluter Lieblingsautor ist Stephen King. Er ist ein hervorragender Autor und ich mag die Art wie er die Spannung in seinen Büchern erzeugt. Ich habe allerdings kein direktes Lieblingsbuch. Ich lese im Monat ungefähr 6 Bücher, das macht im Jahr ungefähr 80 Romane und meist sind dann aber nur 4 bis 5 wirklich gute Romane dabei, die mich wirklich überzeugen... Da wären wir schon wieder bei Mathematik.
kultur-base.de: Können Sie schon etwas über Ihr nächstes Buchprojekt verraten?
Nicholas Sparks: Ein wenig... Ich schreibe gerade an einem Roman, der dieses Mal zwei Geschichten erzählen wird. Die eine wird von einem jungen Paar handeln, das sich an der Universität kennen gelernt hat und die andere Geschichte handelt von einem älteren Paar. Wie die beiden Geschichten zusammenhängen kann ich aber noch nicht verraten.
kultur-base.de: Herzlichen Dank für das Interview, Mr. Sparks!
Nicholas Sparks Mein Weg zu dir
ISBN: 978-3-453-26684-1 19,99 €
Erschienen im Heyne Verlag
Fotos: CG (Autorenfoto), randomhouse.de (Buchcover)
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